Digitale Steuerberatung erklärt: wie die Zusammenarbeit online läuft, was einen Steuerberater günstiger macht und wie du die passende Kanzlei findest.
Digitale Steuerberatung heißt: Belege, Auswertungen und Besprechungen laufen online, ohne Pendelordner und feste Termine im Büro. Das kann Zeit und Geld sparen, weil weniger manuell erfasst wird. Ob es für dich günstiger wird, hängt aber vor allem davon ab, wie gut deine eigenen Daten vorbereitet sind.
Hier erfährst du, wie die Zusammenarbeit abläuft, wovon der Preis abhängt und woran du eine wirklich digitale Kanzlei erkennst.
„Digitale Kanzlei“ ist kein geschützter Begriff und kein fester Leistungsumfang. In der Praxis meint man meist diese Bausteine:
Eine Kanzlei kann in allen Punkten digital sein oder nur in einigen. Frag deshalb konkret nach.
Ein Vorteil: Wenn alles online läuft, kommen Kanzleien in ganz Deutschland infrage. Das hilft, wenn Kanzleien in deiner Nähe keine neuen Mandanten annehmen.
Gut passt sie, wenn
Weniger gut passt sie, wenn du viele Papierbelege nicht scannen willst oder dir regelmäßige persönliche Gespräche wichtig sind. Dann ist ein Mix sinnvoll: digitale Belege, aber Jahresgespräch vor Ort.
Seit dem 1.1.2025 müssen inländische Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ein einfaches PDF ist keine E-Rechnung mehr. Gemeint ist ein strukturiertes elektronisches Format, das sich maschinell verarbeiten lässt (§ 14 Abs. 1 UStG, BMF-FAQ).
Für das Ausstellen an andere inländische Unternehmer gibt es Übergangsfristen (§ 27 Abs. 38 UStG):
| Zeitraum | Was beim Ausstellen noch erlaubt ist |
|---|---|
| Umsätze 2025 und 2026 | Papier oder, mit Zustimmung des Empfängers, ein anderes elektronisches Format (z. B. PDF) bis 31.12.2026 |
| Umsätze 2027 | Papier oder sonstiges Format nur noch, wenn der Vorjahresumsatz höchstens 800.000 Euro betrug; EDI-Verfahren mit Zustimmung |
| Ab 2028 | E-Rechnung zwischen inländischen Unternehmern ohne diese Übergangsregeln |
Kleinunternehmer müssen keine E-Rechnungen ausstellen, aber empfangen können (BMF-FAQ). Eine digitale Kanzlei sollte dir zeigen können, wie E-Rechnungen bei dir eingehen, geprüft und in die Buchhaltung übernommen werden.
Auch die Aufbewahrung gehört dazu. Buchungsbelege musst du 8 Jahre aufbewahren, Bücher und Jahresabschlüsse 10 Jahre (§ 147 Abs. 3 AO). Kläre, wo die Daten liegen und wie du darauf zugreifst, falls ihr euch trennt.
Die Vergütung richtet sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), solange nichts anderes vereinbart ist (§ 1 StBVV). Die StBVV gibt Rahmen vor, keine Festpreise. Kanzleien können in Textform eine höhere oder niedrigere Vergütung vereinbaren, auch Pauschalen (§ 4 StBVV).
Drei Beispiele aus der StBVV:
| Hebel | Was du tust | Warum es hilft |
|---|---|---|
| Belege digital und vollständig | Upload regelmäßig, jeden Monat komplett | Weniger Nachfragen und Zeitaufwand |
| Selbst vorkontieren | Belege in deiner Software zuordnen | Niedrigerer Gebührenrahmen nach § 33 StBVV |
| Bankanbindung | Konto mit der Buchhaltung verbinden | Weniger manuelle Erfassung |
| Klarer Umfang | Laufende Leistungen und Beratung trennen | Angebote werden vergleichbar |
| Keine Rückstände | Buchhaltung aktuell halten | Aufarbeitung kostet meist extra |
| Pauschale vereinbaren | Festen Umfang in Textform festhalten | Planbare Kosten |
Ein niedriger Preis allein sagt wenig. Vergleiche immer denselben Leistungsumfang: Ein Angebot nur für die Buchhaltung ist nicht billiger als eines mit Lohn, Abschluss und Erklärungen, sondern ein anderes.
„Online“ garantiert keine schnellen Antworten. Lass dir Reaktionszeiten und Zuständigkeiten nennen.
Auf PinnDeals veröffentlichst du ein Gesuch mit dem Wunsch nach digitaler Zusammenarbeit. Passende Kanzleien melden sich bei dir.
Registrierung und Gesuch kosten im Standard-Paket nichts. Dein Gesuch erscheint dort anonym. Wenn du kein festes Budget hast, kannst du den Rahmen offenlassen und um eine Einschätzung bitten. Start: Steuerberater finden.
Echte Gesuche mit digitalem Fokus:
Das Agentur-Gesuch zeigt, wie konkret du werden kannst: Tools, Termin für die Auswertung, Wechseldatum.
Titel: Digitale Kanzlei für [Tätigkeit/Rechtsform] gesucht
„Wir suchen [Leistungen] ab [Datum]. Tätigkeit: [Angabe], Rechtsform [Angabe], [Anzahl] Beschäftigte, ungefähr [Anzahl] Belege pro Monat. Wir nutzen [Software/Bank/Shop]. Belege liegen [vollständig digital/teilweise auf Papier] vor. Zusammenarbeit digital, Termine per Video, vor Ort [nicht nötig/bei Anlass]. Gewünscht: Auswertung bis [Tag] des Folgemonats. Bitte erklärt euren Datenaustausch, Ansprechpartner und die Vergütungsgrundlage.“
Wie du Buchhaltung und Lohn sinnvoll aufteilst, steht im Ratgeber Buchhaltung auslagern. Für Selbstständige mit kleinem Budget lohnt der Ratgeber Steuerberater für Kleingewerbe und Selbstständige. Allgemeine Auswahlkriterien stehen im Hub-Artikel Steuerberater finden.
Nein. Er kann günstiger sein, wenn deine Daten sauber und vollständig digital vorliegen. Unvollständige Belege und Rückstände kosten auch online Zeit.
Nein. Bei digitaler Zusammenarbeit kommen Kanzleien in ganz Deutschland infrage. Schreib in dein Gesuch, ob du gelegentlich persönliche Termine brauchst.
Nicht unbedingt. Oft lässt sich die vorhandene Software über Schnittstellen anbinden. Frag die Kanzlei danach.
Das hängt vom Verfahren ab. Frag nach dem Übertragungsweg und den Zugriffsrechten. Gib nie Passwörter oder Zugangscodes per E-Mail oder im Gesuch weiter.
Ja. Kläre, wer die offenen Monate und Jahre fertigstellt und wie die Daten übergeben werden.

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