Buchhaltung oder Lohnbuchhaltung auslagern: was ein Buchhalter darf, was ein Steuerberater macht, was es kostet und wie du den Richtigen findest.
Du kannst die Buchhaltung an ein Buchhaltungsbüro oder an eine Steuerkanzlei auslagern. Ein qualifizierter Buchhalter darf laufende Geschäftsvorfälle buchen und die laufende Lohnabrechnung machen. Jahresabschluss, Steuererklärungen und steuerliche Beratung bleiben beim Steuerberater. Entscheidend ist deshalb, welche Aufgaben du abgeben willst.
Dieser Ratgeber zeigt dir, wer was darf, was Buchhaltung und Lohn kosten und wie du den passenden Dienstleister findest.
Hilfe in Steuersachen ist in Deutschland grundsätzlich Steuerberatern und anderen befugten Berufen vorbehalten. § 6 StBerG macht eine Ausnahme für bestimmte Buchhaltungsaufgaben.
Danach dürfen auch Buchhalter folgende Tätigkeiten übernehmen:
Voraussetzung: Verantwortlich ist eine Person mit kaufmännischer Abschlussprüfung oder gleichwertiger Vorbildung und mindestens drei Jahren Praxis im Buchhaltungswesen, mit mindestens 16 Wochenstunden (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG).
| Aufgabe | Buchhalter (§ 6 StBerG) | Steuerberater |
|---|---|---|
| Belege sammeln, vorsortieren | Ja | Ja |
| Laufende Geschäftsvorfälle buchen | Ja | Ja |
| Laufende Lohnabrechnung, Lohnsteuer-Anmeldung | Ja | Ja |
| Umsatzsteuer-Voranmeldung | Nicht in der Aufzählung von § 6 StBerG enthalten | Ja |
| Jahresabschluss, EÜR | Nein | Ja |
| Steuererklärungen | Nein | Ja |
| Steuerliche Beratung | Nein | Ja |
Frag bei jedem Angebot nach der Qualifikation und nach dem genauen Leistungsumfang. Wirbt ein Buchhaltungsbüro mit Leistungen über diese Liste hinaus, lass dir erklären, wer Abschluss und Erklärungen verantwortet.
Typische Anlässe:
Ein häufiges Modell: Ein Buchhalter macht die laufende Buchhaltung und den Lohn, eine Kanzlei übernimmt Abschluss und Erklärungen. Das funktioniert gut, wenn klar ist, wer Daten liefert, wer Rückfragen klärt und in welchem Format übergeben wird.
Rechne dabei ehrlich: Wie viele Stunden im Monat verbringst du selbst mit Belegen, Abstimmungen und Lohn? Diese Zeit fehlt dir für Kunden und Mitarbeiter. Gleichzeitig nimmt dir ein Dienstleister nicht alles ab. Belege sammeln, Freigaben erteilen und Rückfragen beantworten bleibt bei dir. Je besser dieser Teil organisiert ist, desto günstiger und schneller arbeitet der Dienstleister.
Lohn ist fehleranfällig und termingebunden. Viele Betriebe geben ihn deshalb als Erstes ab. Für das Briefing brauchst du keine Personaldaten, sondern die Struktur:
Kosten: Übernimmt ein Steuerberater den Lohn, sieht die StBVV für Lohnkonten und Lohnabrechnung 6 bis 30 Euro je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum vor. Die Einrichtung eines Lohnkontos kostet einmalig 6 bis 19 Euro je Arbeitnehmer (§ 34 StBVV). Die Lohnsteuer-Anmeldung ist damit abgegolten. Eine abweichende Vergütung kann in Textform vereinbart werden (§ 4 StBVV). Buchhaltungsbüros sind nicht an die StBVV gebunden und kalkulieren frei.
Für Steuerberater gibt die StBVV Rahmen vor. Die Monatsgebühr für die Buchführung hängt vom Umsatz oder Aufwand ab (§ 33 StBVV). Der Rahmen ist niedriger, wenn du Belege selbst kontierst oder in der Software der Kanzlei selbst erfasst.
Was den Preis bestimmt:
Vergleiche Angebote immer über denselben Umfang und denselben Anteil deiner Eigenarbeit.
Hängt die Buchhaltung hinterher, hilft eine ehrliche Bestandsaufnahme:
Frag den Dienstleister nach einem Plan, der Rückstand und laufenden Monat trennt. Sonst entstehen während der Aufarbeitung neue Lücken. Laufen Fristen, kläre sofort, wer sich darum kümmert. Ein Gesuch verlängert keine Frist.
Denk an die Aufbewahrung: Buchungsbelege 8 Jahre, Bücher und Jahresabschlüsse 10 Jahre (§ 147 Abs. 3 AO). Wechselst du später den Dienstleister, hast du Anspruch auf die Dokumente, die du übergeben hast (§ 66 StBerG für Steuerberater).
Damit der Wechsel ohne Lücke klappt, kläre diese Punkte vor dem Start:
| Punkt | Was du festlegst |
|---|---|
| Stichtag | Ab welchem Monat bucht oder rechnet der Neue ab? |
| Altdaten | Saldenvorträge, Lohnkonten, Stammdaten der Beschäftigten |
| Datenweg | Upload, Bankanbindung, Schnittstelle oder Exportdatei |
| Lieferfrist | Bis zu welchem Tag liefert ihr Belege oder Lohnänderungen? |
| Zuständigkeit | Wer klärt Rückfragen, wer gibt Zahlungen frei? |
| Kanzlei | Wer erstellt Abschluss und Erklärungen, in welchem Format? |
| Auswertungen | Welche Berichte bekommst du, bis wann? |
Was beim Unternehmen bleibt, solltest du ebenfalls aufschreiben. Freigaben, Zahlungen und die Vollständigkeit der Belege liegen meist weiter bei dir.
Auf PinnDeals gibst du ein Gesuch auf. Buchhalter und Kanzleien, die Kapazität haben, melden sich bei dir.
Im Standard-Paket sind Registrierung und Gesuch kostenfrei, das Gesuch erscheint anonym. Start: Steuerberater finden.
Echte Gesuche zum Thema auf der Plattform:
Das letzte Beispiel zeigt die Aufteilung aus der Tabelle oben in der Praxis. Auch Kanzleien suchen auf PinnDeals Verstärkung, zum Beispiel für Lohn. Wie Steuerberater Mandate und Partner finden, steht im Ratgeber Steuerkanzlei kaufen, verkaufen, Nachfolge und auf der Seite Mandate finden.
Titel: [Buchhaltung/Lohnbuchhaltung] für [Branche] ab [Datum] gesucht
„Wir sind [Branche], Rechtsform [Angabe], in [Region/digital]. Gesucht: [laufende Buchhaltung/Lohn für Anzahl Beschäftigte/Aufarbeitung Zeitraum]. Ungefähr [Anzahl] Belege pro Monat, Software [Name], Stand bis [Monat]. Eine Steuerkanzlei ist [vorhanden/gesucht]. Daten liefern wir bis [Tag] des Monats über [Weg]. Bitte nennt Qualifikation, Leistungsumfang und Vergütung.“
Wie digitale Belegwege die Kosten senken, steht im Ratgeber Digitale Steuerberatung. Allgemeine Kriterien zur Kanzleiwahl findest du im Hub-Artikel Steuerberater finden.
Die Umsatzsteuer-Voranmeldung steht nicht in der Aufzählung von § 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG. Kläre mit dem Anbieter, wer sie verantwortet. Im Zweifel übernimmt sie die Kanzlei.
Frag nach Ausbildung und Berufserfahrung im Sinne von § 6 StBerG, nach Branchenerfahrung und nach der Software. Lass dir zeigen, wie die Übergabe an deine Kanzlei läuft.
Ja. Das ist einer der häufigsten Fälle. Nenne Zahl und Art der Beschäftigten, das bisherige System und den gewünschten Übernahmemonat.
Beim Steuerberater sieht die StBVV 6 bis 30 Euro je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum vor, wenn nichts anderes vereinbart ist. Buchhaltungsbüros kalkulieren frei. Vergleiche, was enthalten ist: Meldungen, Bescheinigungen, Änderungen.
Er braucht den Stand der Buchhaltung, um weiterzumachen. Welche Unterlagen genau, klärst du im Übernahmegespräch. Echte Belege gehören nicht ins öffentliche Gesuch.

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